Hyperurikämie: Lebensstil- und Ernährungsmodifikation

Lebensstil- und Ernährungsmodifikation tragen wesentlich zur Prävention sowie zur Behandlung von Hyperurikämie bei. Nicht pharmakologische Maßnahmen können die Harnsäure um 10 bis 15 Prozent senken.

Melanie Löffler

 

Eine purinarme, bedarfsgerechte Ernährung ist daher eine wichtige Therapiemaßnahme (300 bis 500mg Purine pro Tag). Die Purinzufuhr soll bei einer streng purinarmen Ernährung unter 2000mg, bei einer purinarmen unter 3000mg pro Woche liegen. Weiters wird eine ausreichende Zufuhr kalorienfreier Flüssigkeiten empfohlen (mindestens 2,5 Liter pro Tag), da für die Ausscheidung der Harnsäure viel Flüssigkeit notwendig ist.

Als Basis sollte eine fettreduzierte Kost gewählt werden, ansonsten wird die Harnsäureausscheidung über die Niere reduziert und dadurch steigt die Serum-Harnsäure. Bei Übergewichtigen ist eine langsame Gewichtsreduktion durch eine purinarme Reduktionskost mit regelmäßigen Mahlzeiten und ausreichend körperlicher Bewegung anzustreben, da durch eine starke Kalorienrestriktion vermehrt Harnsäure produziert wird.

Auf einen vermehrten Konsum von fettreduzierten Milchprodukten soll geachtet werden. Als Eiweißlieferanten können auch Eier herangezogen werden. Empfehlenswert ist ebenso der Konsum von Gemüse, auch von purinreichem Gemüse. Zu meiden sind Alkohol, Kakao- und Schokoladegetränke sowie ein hoher Fruktosekonsum. Alkoholabstinenz kann zu einer der wichtigsten Maßnahmen gezählt werden. Geeignete Getränke sind Wasser, Mineralwasser, kalorienarme Limonaden, Tee und in Maßen Kaffee.

Die Verzehrsempfehlung von Fleisch liegt bei zwei bis drei Mal pro Woche, wobei Innereien, Nieren, Zunge, Leber, Herz, Geflügelhaut, Fleischbouillon und Wurst gemieden werden sollen. Pro Tag sollen nicht mehr als 100g Fleisch, Fisch, oder Geflügel/-waren gegessen werden. Suppen auf pflanzlicher Basis sind zu bevorzugen. Der Fisch- und Schalentierverzehr soll auf ein bis zwei Mal pro Woche reduziert werden. Sardinen, Anchovis, Thunfisch, Hering, Makrelen, Krabben, Muscheln, Forelle und Heilbutt werden als ungeeignet betrachtet. Es wird empfohlen, die Haut des Fisches nicht zu essen. Scholle, Schellfisch, Rotbarsch und Aal zählen zu den geeigneteren Fischarten.

Ungeeignete Nahrungsmittel mit negativer Auswirkung sollen seltener und in kleinen Mengen konsumiert, aber nicht gänzlich weggelassen werden.

 

 

Empfehlungen zur Ernährungsmodifikation

  • Rotes Fleisch wie Schwein, Lamm, Rind, Innereien und daraus hergestellte Produkte nur selten und in geringen Mengen verzehren.
  • Meeresfrüchte, vor allem Muscheln und Krustentiere, nur selten genießen.
  • Alkohol, besonders Bier und Spirituosen, meiden. Wein stellt hier das geringste Risiko dar.
  • Lebensmittel mit hohem Fruktosegehalt wie Softdrinks, Fruchtsäfte und große Mengen Obst meiden; Light-Getränke ohne Fruchtzucker stellen kein erhöhtes Risiko dar.
  • Regelmäßiger Verzehr von fettarmen Milchprodukten.
  • Auf eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung (täglich 95 bis 110mg für Erwachsene) achten; eine langfristige Zufuhr hoher Vitamin-C- Dosen (≥1g/Tag) wird jedoch nicht empfohlen.
  • Regelmäßiger Kaffeekonsum.
  • Normales Körpergewicht anstreben; bei Übergewicht langsame Gewichtsreduktion.
  • Mindestens zwei bis drei Mal pro Woche körperliche Bewegung.


 

 

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